Geschichte der Ortsgruppe

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Anfang1891 wurde Pfarrer Frank, Weilersteußlingen, Mitglied im Schwäbischen Albverein. Im Albvereinsblatt Nummer 4 des Jahrgangs 1896 werden Schullehrer Bayer von Weilersteußlingen und Seydle (Schulgehilfe) als neue Mitglieder von Weilersteußlingen gemeldet.

Die Mitglieder der Gemeinden Weilersteußlingen, Grötzingen und Ennahofen trennten sich am 18. Januar 1913 von der Ortsgruppe Ehingen und gründeten eine eigenen Ortsgruppe: Die Ortsgruppe Weilersteußlingen war geboren.

Gemeinderat Johannes Beck wurde zum ersten Vertrauensmann gewählt. Die neu gegründete Ortsgruppe hatte damals bereits 16 Mitglieder aus den drei Gemeinden der Lutherischen Berge.

Johannes Beck übergab nach seiner Wahl zum Schultheiss von Weilersteußlingen die Führung der Ortsgruppe 1924 an Georg Geprägs, Landwirt aus Grötzingen. Sechs Jahre hatte dieser – unter ständiger Abnehme der Mitglieder durch Wegzug oder Austritt diese verantwortungsvolle Aufgabe übernommen. Im Jahre 1930 wurde Hauptlehrer Wilhelm Müller neuer Vertrauensmann der Ortsgruppe. Er konnte im gleichen Jahr den Mitgliederstand der Ortsgruppe von 7 auf 25 erhöhen. Vor allem die Jahrgänge seiner Schüler wußten noch Jahrzehnte später von den Wandererlebnissen zu erzählen. 1933/34 war ein Höchststand von 39 Mitgliedern erreicht, welcher sich wieder bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges auf 32 Mitglieder abbaute. Hauptlehrer Müller wurde 1937 versetzt und an seine Stelle rückte sein Kollege, Hauptlehrer Hummel nach. 1940 wurde dieser zur Wehrmacht eingezogen und somit mußte sein Stellvertreter, Georg Geprägs, Landwirt (Gasthaus zum Adler) während der Kriegsjahre die Leitung der Ortsgruppe übernahmen.

Aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt dankte Vertrauensmann Hummel ab und Georg Geprägs übernahm 1947 zum zweiten Mal das Amt des Vertrauensmanns. Bei einer Veranstaltung der Ortsgruppe im Jahre 1948, an welcher der Heimatdichter und Gauobmann des Donau-Blau-Gaues, Hans Reyhing, mitwirkte, traten 60 Personen in den Schwäbischen Albverein ein. Das war ein gutes Omen für den neuen Vertrauensmann Georg Geprägs und nun ging es stetig bergauf mit den Mitgliederzahlen. 1954 wurde auch eine Jugendgruppe gegründet und seither wird ohne Unterbrechung in der Ortsgruppe Weilersteußlingen mit großem Erfolg Jugendarbeit betrieben.

So konnte Georg Geprägs nach 30jähriger Tätigkeit im Jahre 1965 die Führung seinem Nachfolger Hermann Ruoß, Maurermeister aus Weilersteußlingen, eine Ortsgruppe mit 115 Mitgliedern übergeben. Nachdem Hermann Ruoß zwischenzeitlich zum Bürgermeister gewählt wurde, gab er bei der nächsten Wahl nach vier Jahren das Amt des Vertrauensmannes an Karl Geprägs, damals Zimmermann aus Grötzingen ab. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Ortsgruppe Weilersteußlingen in rasantem Tempo. Die Jugendarbeit wurde intensiviert, bald leitete ein Team mit dem Jugendwart Rudolf Ganser an der Spitze den Jugendbereich. Karl Geprägs lies der Jugend den nötigen Freiraum, den sie zur Entwicklung benötigte. So wurde 1978 die Volkstanzgruppe gegründet. Im Jahre 1982 wurde beschlossen, Trachten anzuschaffen, wie sie etwa in der Mitte des 18. Jahrhunderts auf den Lutherischen Bergen getragen wurden. Seit November 1982 gibt es eine eigene Musikgruppe, welche die Volkstänzer seither bei Ihren Auftritten begleitet.

Die zunehmende Kultur- und Jugendarbeit weckte den Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten. Nach Beendigung der Farrentierhaltung auf den Lutherischen Bergen beantragte der Albverein Weilersteußlingen mit seiner sehr aktiven Jugend- und Volkstanzgruppe bei der Gemeinde Allmendingen die Überlassung des leer stehenden Farrenstalls zur Nutzung. Nach einer Vielzahl von Gesprächen überließ der Gemeinderat Allmendingen dem Schwäbischen Albverein Weilersteußlingen mit der Volkstanzgruppe und dem Musikverein das Gebäude Farrenstall zum Umbau zu einem Vereineheim. Am 5. Mai 1996 konnte das Wanderheim Farrenstall mit einem Festakt eröffnet werden. Rund 18000 Stunden ehrenamtliche Arbeit wurde von Mitgliedern in zwanzig Monaten aufgebracht.

Seither wird das Wanderheim Farrenstall von der Volkstanzgruppe Weilersteußlingen verantwortlich betreut. Hier finden mittlerweile regelmäßig Seminare und Lehrgänge statt, so z. B. alle Abschlußlehrgänge bei der neuen Wanderführerausbildung des Schwäbischen Albvereins.

Es gab weitere markante Aktivitäten in der Amtszeit von Karl Geprägs: In seiner Zeit wurden zweitägige Gebirgswanderungen unternommen; ein großes Anliegen war ihm die Schaffung des Biotops unterhalb von Weilersteußlingen; in mühseliger Arbeit wurde das Wasser einer bei der Flurbereinigung anfangs der siebziger Jahre verdolten Quelle umgeleitet und speist seither dieses Biotop. Bei den Naturschutztagen der Gemeinde Allmendingen im Herbst werden Wachholderheiden oder Landschaftsschutzgebiete gepflegt.

Im Jahre 1997 wurde in Weilersteußlingen erstmals eine Seniorenwandergruppe gegründet, die sich seither jeden Donnerstag zum Wandern trifft.

Die Volkstanzgruppe Weilersteußlingen im Schwäbischen Albverein erweiterte ihre innerdeutschen und internationalen Kontakte laufend. So gab es z. B. Begegnungen mit der Winzertanzgruppe aus Oberwesel oder mit dem Folkloreensemble aus Altenburg in Thüringen, mit Volkstanzgruppen aus Frankreich, Schweden, Ungarn, Portugal, Ukraine und Kroatien, einer Musikgruppe aus Bolivien und einer Delegation aus Weissrussland.

Anfang 1999 übergab Geprägs das Amt des Vertrauensmannes an Dieter Schlude. In seiner zeit wurden eintägige Gebirgsausflüge für Familien und Fahrten zu Türmen des Albvereins ins Programm aufgenommen. Die Mitgliederzahl erhöhte sich auf 401 Mitglieder bis zum Jahresende 2002.

Bei der Hauptversammlung im Frühjahr 2003 wurde mit Dorothea Heilig aus Grötzingen erstmals eine Frau zur Vorsitzenden der Ortsgruppe gewählt. Im Juli 2003 feierte die Ortsgruppe ihr 90jähriges Jubiläum zusammen mit dem 25jährigen Jubiläum der Volkstanzgruppe Weilersteußlingen im Schwäbischen Albverein.

Derzeitige Aktivitäten in der Ortsgruppe Weilersteußlingen:

  • Wandern mit Kennen lernen der AV-Wanderheime und -Türme
  • Wöchentliche Seniorenwanderungen, donnerstags 14 Uhr ab Wanderheim
  • Mitarbeit beim Naturschutztag der Gemeinde
  • Brauchtumspflege
  • Jugendarbeit
  • Volkstanz mit Auftritten und Begegnungen auf internationaler Ebene
  • Bewirtschaftung des Wanderheims Farrenstall

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